Neuanlagen und frisches Geld – die zweite
Im September 2008 habe ich zu diesem Thema bereits etwas geschrieben ». Damals habe ich unser gesamte Tagesgeld bei der DiBa abgezogen, weil die DiBa meine Tagesgeld-Zinsen gekürzt und dafür Neukunden einen erhöhten Tagesgeld-Zins angeboten hat.
Um den Anschein zu wahren, wurde dieser erhöhte Zinssatz auch Altkunden angeboten, für sogenanntes "frisches Geld". Dazu wurde die Höhe des bereits bei der DiBa angelegten Tagesgeldes zu einem bestimmten Zeitpunkt festgestellt, nur für Beträge darüber hinaus gab es den erhöhten Zinssatz.
Damit wurden genau die treuesten Kunden bestraft, die wie wir ihr gesamtes frei verfügbares Geld bei der DiBa angelgt hatten und somit kein neues Geld zuführen konnten.
Damals habe ich die Konsequenzen gezogen und sofort unser gesamtes Tagesgeld bei der DiBa abgezogen und ein Tagesgeldkonto bei der Norisbank eröffnet. Die Norisbank hatte zu dieser Zeit gerade seriöse Anwandlungen und versprach ihren Kunden, die " Bank ohne *, ** und *** " zu werden. Keine Neukunden- oder Frischgeld-Aktionen, ein einfaches und übersichtliches Angebot mit attraktiven Konditionen für alle.
Leider hat das kein Vierteljahr angehalten. Die Norisbank macht jetzt genau das, weshalb wir die DiBa verlassen hatten: Neukunden- und Frischgeld-Aktionen zu Lasten der Altkunden. Dabei werden die Konditionen für Frischgeld von Altkunden peinlichst so gestaltet, dass man das Geld nicht abziehen und neu anlegen kann. Gleichzeitig ist das Angebot auf 50.000 EUR beschränkt.
Damit ist nun folgende absurde Situation eingetreten: Ein Altkunde, der mehrere hunderttausend EUR bei der Norisbank zu liegen hat, bekommt weniger Zins als ein Neukunde, der ein paar tausend EUR bei der Norisbank neu anlegt.
Ich habe nun ganz einfach keinen Bock mehr, bei vielen unterschiedlichen Banken Tagesgeldkonten zu führen und ständig aufzupassen, wo ich als Altkunde verprellt werde und wo es gerade das beste Neukunden- oder Frischgeld-Angebot gibt, wo noch ein Kontostand von irgendwann gespeichert ist, der die Frischgeld-Aktion für mich ungültig macht, ob ich eventuell zu viel Geld angelegt habe und so weiter und so fort.
Banken, die mit solchem Unfug locken, sind für mich ab sofort tabu. Mehr als Tagesgeld wird nicht angelegt, damit ich sofort reagieren kann, wenn die Bank ihr Fähnchen plötzlich in einem anderen Wind wehen lässt.
Leider bleiben nun kaum noch Banken übrig, bei denen ich unsere bescheidenen Ersparnisse anlegen kann, da sich diese Unsitten bereits auf breiter Front durchgesetzt haben.
Ich hoffe, dass viele andere genauso denken wie ich und genauso konsequent solchen Unfug abstrafen, deshalb nun ein Link zu einer Bank, die sich zur Zeit noch diesem Trend entzieht und ein sauberes, seriöses Angebot ohne Haken und Ösen macht:
Zu dieser Bank werden wir vorerst einmal unser Tagesgeld transferieren, in der Hoffnung, dass wir hier nicht in wenigen Wochen eine ähnliche Überraschung erleben und irgendwann unser Geld im Sparstrumpf oder unter dem Kopfkissen deponieren müssen.
Montag, 5. Januar 2009, 14:38 Uhr
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Am 7. Januar 2009 um 13:23 Uhr
Aktuell gibt es übrigens eine weitere Zinssenkung bei der Norisbank, nun gelten nur noch 3,75 Prozent. Du scheinst also alles richtig gemacht zu haben. Die Mercedes-Benz Bank ist in der Tat sehr gut, besonders die monatliche Zinsgutschrift sowie keine Begrenzung in der Anlagenhöhe fallen schon positiv ins Gewicht.
Am 15. Mai 2009 um 10:44 Uhr
Auch die im o.g. Beitrag angesprochene Mercedes-Benz Bank musste ja nun inzwischen dem Kundenansturm Tribut zollen und hatte zwischenzeitlich ihr Angebot für Neukundenanträge geschlossen. Aber selbst nach der mit einer Zinssenkung verbundenen Wiedereröffnung für Neukunden bleibt das Angebot eines der wenigen am Markt, welches ohne Haken und Ösen und ohne Kleingedrucktes auskommt – nebenher bemerkt: die Mercedes-Benz Bank hat auch ein Tagesgeldangebot für Firmen, auf welchem es zum Beispiel auch keine täglichen Limits beim Überweisen gibt.
Am 6. Oktober 2009 um 08:50 Uhr
Huhu,
ich bin auch keine Freundin von Sternchentexten und Kleingedrucktem. Leider handeln die meisten Kunden nicht wie Sie, daher können sich viele Banken das erlauben. Die Leute sind einfach zu bequem. Oder wie lässt es sich sonst erklären, dass so viele noch ihr Geld auf dem Sparbuch haben, so gut wie ohne Zinsen?
Lg
Sandra
Am 16. Dezember 2009 um 19:10 Uhr
Ich bin eben über diesen interessanten Artikel gestossen. Wenn man sich die Zinssätze vom Anfang des Jahres anschaut, da merkt man schnell, dass sich im Tagesgeldbereich einiges getan hat. Philipp schrieb von einer Zinssenkung auf 3,75%, von so einem Zinssatz träumt gegen Ende des Jahres Jeder. Die Mercedes-Benz Bank hat den Zinssatz mittlerweile auf 1,30% gesenkt, das ist ein bißchen mehr als ein Drittel vom damaligen Zins.
Am 17. Dezember 2009 um 22:45 Uhr
Leider bringt Tagesgeld so gut wie nichts mehr. Man kann einfach nicht darauf hoffen, dass die Zinsen selbst 2010 steigen werden.
Am 16. Februar 2010 um 02:57 Uhr
Alle wollen sie frisches Geld
Am 8. April 2010 um 13:44 Uhr
Hi, ich verstehe, dass Sie von der Art und Weise, wie die banken handeln enttäuscht sind. Aber ich denke, dass die Anleger immer noch denken, dass die Banken ja etwas davon ahebn ,wenn man Geld anlegt bei Ihnen, aber dem ist nicht so, wenn sie dem Anleger mehr Zinsen zahlen, als sie sich selber Geld bei der EZB leihen könnten (Euribor 1Jahr) aktuell um 1%
(Jahreszins 6Monate: http://anleihen.onvista.de/snapshot_weitere.html?ID_NOTATION=356495)
im Umkehrschluss bedeutet dass, alles was über dem zinssatz angeboten wird, wird bezuschust und kann nur dafür ausgegeben werden für neukunden las eine Art Verkaufsprovision in die andere Richtung. Seriöse Angebote leigen immer unter dem entsprechendem Euribor zinssatz mit derselben Laufzeit. Die Banken verdienen nur aus der Differenz zwischen Euribor und Angebotszinssatz. das soll keine Verteidigung sein, sondern nur eine Erklärung. Diese zinsrennerei ist übrigends auch ein Grund für die vielen Derivate und die Finanzkrise.
Gruß
Sebastian