Valides (X)html – brauchen Webdesigner und Webagenturen Druck?

Immer mal wieder kommen Diskussionen auf, ob valides (X)html als Basis einer Internetseite notwendig ist, wie man die Webstandards in die Köpfe der Webdesigner hineinbekommt und wie man es anstellen kann, dass sich die Webstandards auf breiter Basis durchsetzen.

Diese Diskussionen entgleisen nicht selten, die einen setzen auf geduldige Aufklärung, die anderen "rezensieren" Internetseiten, bei denen Webstandards nicht eingehalten werden und gehen dabei nicht gerade zimperlich zu Werke.

Wie kann man nun Webdesigner und Webagenturen dazu bewegen, auch unter der Oberfläche ordentliche Arbeit abzuliefern?

Ob hier besserwisserische Belehrungen mit teilweise beleidigendem Vokabular zu einer Besserung führen wage ich zu bezweifeln. Mit den Webstandards ist das nämlich so eine Sache. Eine erst kürzlich veröffentlichte Studie hat nämlich festgestellt, dass lediglich ca. 4% aller Internetseiten den Validitätstest im W3C-Validator bestehen.

Da kommen die Browserhersteller nicht mehr raus. Die Fehlertoleranz der Browser hat diese Entwicklung aber erst möglich gemacht. Es galt bei den Browserherstellern vor Jahren wohl als Tugend, möglichst auch noch den fehlerhaftesten (X)html-Code so zu interpretieren, wie es der Autor wohl wollte. Das hatte auf breiter Front einen schlampigen Umgang mit (X)html seitens der Webdesigner zur Folge.

Heute könnte es sich ein Browserhersteller gar nicht mehr leisten, einen Browser herauszubringen, der bei fehlerhaftem (X)html den Dienst quittiert und eine weisse Seite oder eine Fehlermeldung anzeigt. Einen solchen Browser würde wohl niemand nutzen, da man ja damit nur ca. 4% aller Internetseiten zu sehen bekäme.

Trotzdem könnten die Browserhersteller etwas tun. Sie könnten an prominenter Stelle auf der Oberfäche des Browsers gut sichtbar und einladend einen Button integrieren, mit dem jedermann die aktuelle Seite mit dem Validator des W3C validieren kann. Dann könnte jeder, den es interessiert, auch und vor allem die Auftraggeber und Betreiber der Seite, diese auf Einhaltung der anerkannten Webstandards prüfen.

Das würde zumindest die Webdesigner und -agenturen, die Webdesign gewerblich und professionell anbieten, gehörig unter Druck setzen. Die Auftraggeber könnten zumindest einen Teilaspekt einer ordentlichen, professionell gestalteten Internetseite überprüfen.

Dass valider Code noch lange kein sauberer, moderner und "guter" Code ist weiss ich auch. Aber man kann wohl davon ausgehen, dass die Webdesigner, die auf valides (X)html achten, in der Regel auch in anderen Bereichen Qualität abliefern. Und genau die würden davon profitieren, wenn jeder Browser einen solchen "Validierungsbutton" gut sichtbar auf der Bedienoberfläche hätte.

Freitag, 12. Dezember 2008, 19:56 Uhr

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6 Kommentare zu “Valides (X)html – brauchen Webdesigner und Webagenturen Druck?”

  1. wolfi
    Am 3. Mai 2009 um 11:31 Uhr

    Eine Leiste wie “Diese Website wurde in nicht validem Code programmiert, es kann zu fehlerhafter Darstellung kommen. Bitte kontaktieren Sie den Autor.” würde vielleicht wirklich helfen, allerdings würd’s die meisten Nutzer nur nerven, weil jeder Googlebesuch schon in dieser Fehlermeldung enden würde.

    Eine nette Idee, allerdings leider kaum durchführbar.

  2. admin
    Am 3. Mai 2009 um 19:03 Uhr

    @ Wolfi: Natürlich darf man die Besucher nicht mit Meldungen nerven, einen solchen Browser würde wohl jeder sofort deinstallieren.

    Nur eine einfache Validierungsmöglichkeit, für den, den es interessiert. Dann könnte man mit einem Klick erkennen, was sich unter so mancher glänzender Oberfläche verbirgt … , ohne erst den Validator des W3C aufzurufen und die Adresse der Seite einzugeben, die man prüfen will.

  3. Schocker Blogger
    Am 13. Mai 2009 um 13:10 Uhr

    Es gibt doch ein Plugin für den Firefox, der anzeigt, wie viele Fehler eine Webseite enthält. Ist nur ein kleiner Button, wenn man auf den drückt, wird er entweder grün (valide Seite ohne Fehler) oder rot. Wenn man dann über den roten Button mit der Maus fährt, wird die Anzahl der Fehler angezeigt. Mit einem Klick auf den Button wird man dann zu den Fehlern der Seite auf w3 weitergeleitet.

  4. admin
    Am 13. Mai 2009 um 13:31 Uhr

    Genau das meine ich. Aber in jedem Browser, ohne Plugin und auf der Browser-Oberfläche und nicht in den Tiefen der Menüs verborgen.

  5. paul
    Am 15. Juni 2009 um 23:35 Uhr

    aber mal ehrlich, für welchen user hätte das einen mehrwert?
    kein normaler user interessiert sich für webstandards und der code richtig ist. für den user muss alles funktionieren. der großteil der user würde doch durch solch einen button nur verwirrt oder wüssten auch selbst wenn es einen solchen geben würde nicht wozu er dient.

    nicht mich falsch verstehen. ich halte mich an die standards und finde sie wichtig, aber ich bin dagegen irgendwelche user die nichts davon wissen wollen damit zu verwirren.

  6. gustav
    Am 20. Juni 2009 um 17:29 Uhr

    Ein grünes Häkchen wie in der Web Developer Toolbar (FFx add-on) wäre nicht schlecht, und als Hint in einem Schwebefenster: “Diese Seite kann so angezeigt werden, wie vom Gestalter der Seite geplant”.

    Bei Seiten, die nicht entsprechen: ein kleines rotes X mit dem Hinweis: “Diese Seite wird wegen technischer Unzulänglichkeiten möglicherweise nicht so wie vom Gestalter der Seite geplant angezeigt”

    Das wär doch schon was.


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