Neuanlagen und frisches Geld – wie Banken ihre Altkunden verprellen
Neulich bekam ich Post von der ING-DiBa, der Bank, bei der wir unser gesamtes Erspartes zu liegen haben, angelegt als Tagesgeld und Festgeld. Der Inhalt lautete ungefähr so:
… wir haben Ihren Kontostand zum 31.08.2008 festgestellt. Für jeden neuen Euro, der über dieses Guthaben hinausgeht, bekommen Sie bis Ende 2008 5% Zinsen …
Ja haben die denn noch alle beisammen? Bekommt jetzt jeder Neukunde mehr Zinsen als wir, die wir seit vielen Jahren unser gesamtes Erspartes bei der ING-DiBa zu liegen haben? Stammkunden 3,5%, Neukunden 5%? Ich habe sofort reagiert!
Meine Antwort (per email) lautete ungefähr so:
… Leider haben wir schon unser gesamtes Erspartes bei Ihnen als Tages- bzw. Festgeld angelegt. Somit können wir Ihnen leider kein nennenswertes Frischgeld zuführen. Unsere Antwort auf Ihre Aktion wird sein, dass wir unser gesamtes Tagesgeld bei Ihnen abziehen und für 4,5% ohne Haken und Ösen bei der Norisbank als Tagesgeld anlegen. Dann können wir dieses Geld bei Ihrer nächsten Frischgeld-Aktion kurzfistig wieder bei Ihnen parken.
Nach ca. 3 Tagen erhielten wir eine Antwort per email, dass die "Beschwerde" an die zuständige Fachabteilung weitergeleitet wurde. Nach mehr als einer Woche kam dann ein Brief mit der lapidaren Bitte um Verständnis, dass sich auch die ING-DiBa um Neukunden bemühen muss. Zu diesem Zeitpunkt war der Kontostand unseres Tagesgeld-Kontos bereits auf Null.
Liebe ING-DiBa, wir haben selbstverständlich volles Verständnis dafür, dass Sie mit den vergleichsweise niedrigen Tagesgeldzinsen Ihrer Altkunden die überdurchschnittlich hohen Tagesgeldzinsen für Neukunden (oder für frisches Geld) und Ihre Frontfigur Dirk Nowitzki finanzieren. Sie brauchen ja Neukunden und frisches Geld.
Wir gehen jedoch davon aus, dass auch Sie Verständnis dafür haben, dass wir bei künftigen Frischgeld-Aktionen auf der Gewinnerseite stehen möchten und deshalb unser gesamtes Tagesgeld zu einer anderen Bank transferieren, um es zu gegebener Zeit, im Rahmen einer weiteren Neukunden- und Frischgeldaktion Ihrerseits, bei Ihnen als "frisches Geld" kurzfristig wieder zu parken.
Ihr werdet sicher bemerkt haben, dass mein Blog werbefrei ist. Die folgenden Links sind keine Werbung, sondern eine Empfehlung.
Die Norisbank hat sich über die Jahre einen sehr unseriösen Ruf erarbeitet, als Erfinder von Easy Credit und durch aggressive Werbung per Post und Telefon. Das hat sicher mit den wechselnden Eigentumsverhältnissen zu tun, jeder neue Investor wollte möglichst schnell Kasse machen.
Seit 2007 gehört die Norisbank zur Deutschen Bank. Das Angebot der Norisbank hat sich seitdem grundlegend zum positiven gewandelt. Keine teure Fronfigur, keine Neukunden- oder Frischgeldaktionen und ein übersichtliches, attraktives Angebot.
Ein kostenloses Girokonto ohne Bedingungen und Tagesgeldzinsen von derzeit 4,5% für alle haben uns überzeugt. Bei einem Gespräch in der Filiale wurde uns glaubwürdig erklärt, dass die Norisbank eine Bank ohne *, ** und *** sein will.
Genau so wollen wir es haben.
Edit Dezember 2008
Leider ist die Norisbank auf dem Weg zurück zu der Bank als die ich sie kannte: Unseriös und zunehmend undurchsichtige Angebote. Die Zinsen für mein Geld wurden drastisch gekürzt, dafür bekommen jetzt auch hier Neukunden mehr Zinsen. Ich sponsore praktisch mit den niedrigen Zinsen für mein Geld das Neukundengeschäft der Norisbank.
Vergessen ist das Versprechen, in Zukunft die Bank ohne *, ** und *** zu sein.
Auch hier werde ich die Konsequenzen ziehen, mein gesamtes Geld abziehen und einer Bank anvertrauen, die auf solche Mätzchen verzichtet. Gott sei Dank habe ich bei der Norisbank nur Tagesgeld angelegt.
Allerdings stellt sich nun die Frage, welcher Bank man überhaupt noch vertrauen kann …
Sonntag, 21. September 2008, 11:37 Uhr
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Am 30. Oktober 2009 um 11:21 Uhr
Chapeau!
Es gibt jedoch eine Bank ohne Sternchentexte, die Bank of Scotland.
Beste Grüße
Peter-Jochen
Am 28. Februar 2010 um 15:08 Uhr
Was heisst verprellen, sie wollen eben neue Kunden!