Jetzt reichts aber !

Ich kann es nicht mehr hören. Die hessische SPD mit Frau Ypsilanti an der Spitze kann es auch Wochen nach der Wahl nicht lassen zu trompeten:

"Wir haben die Wahl gewonnen!"

Da fragt man sich doch, welche Schulbildung diese Leute haben. Ein Wahlergebnis lässt sich doch ganz einfach auszählen und zusammenrechnen. Grundschul-Mathematik, mehr braucht es dazu nicht.

Da werden doch Erinnerungen wach an unseren Altbundeskanzler Schröder und seinen Auftritt am Wahlabend nach der letzten Bundestagswahl. Bei ihm dauerte dieser Zustand geistiger Verwirrung allerdings nur wenige Stunden und kann mit etwas gutem Willen mit dem Stress der letzten Tage und Wochen entschuldigt werden.

Bei der hessischen SPD von heute scheint das etwas länger zu dauern.

Sehr geehrte Frau Ypsilanti, dicht daneben ist auch vorbei. Das gilt beim Biathlon genauso wie in der Politik. Herr Koch und seine CDU haben nun einmal die meisten Stimmen bekommen. Wenn Sie in Hessen eine "linke Mehrheit" sehen, kann ich mir das nur so erklären:

  1. Sie zählen die Linke, mit der Sie ja eigentlich nichts zu tun haben wollen, richtiger Weise mit dazu
  2. Sie zählen die Grünen ganz selbstverständlich mit zum linken Lager.

Und mit 2. sind wir beim eigentlichen Problem. Die Grünen sind grün und nicht rot. Ich bin mir ziemlich sicher, dass nicht alle grünen Wähler auch rot sind. Und im Zusammenhang mit dem Wahlergebnis in Hamburg beginnen auch die Grünen selbst über dieses Thema mehr oder weniger laut nachzudenken.

Wenn die Hessen-SPD also im Wahlergebnis zusammen mit den Linken und den Grünen eine Wählermehrheit sieht, dann frage ich mich, warum sie diese Mehrheit nicht als Wählerauftrag versteht und in eine Regierungskoalition umsetzt. Ich kann doch nicht auf der einen Seite die Linke ablehnen, aber auf der anderen Seite von einer linken Mehrheit sprechen. Also: zeigt Euer wahres Gesicht und verhandelt mit der Linken und den Grünen über eine Regierungsbildung, oder gesteht die Wahlniederlage ein!

Meine Hoffnung wäre in diesem Fall, dass die Grünen nicht mitspielen. Das wäre traumhaft: Die SPD entlarvt und gescheitert, und die Grünen endlich abgenabelt von der SPD.

Eine weitere Variante wäre, dass sich Frau Ypsilanti zur Wahl als Ministerpräsidentin stellt und auf eine Mehrheit, resultierend aus den Stimmen der SPD, der Linken und der Grünen, spekuliert.

Dass sie sich da mal nicht täuscht. Diese Abstimmung hat nämlich den Vorteil, dass sie anonym erfolgt. Die Mehrheit der rot-rot-grünen Stimmen ist nicht berauschend. Ob sie sich da auf ihre eigenen Genossen und die Grünen zu 100% verlassen könnte, wage ich zu bezweifeln. Am sichersten könnte sie da wohl noch mit allen Stimmen der Linken rechnen.

Die einzig sinnvolle Koalition sehe ich in einer Koalition aus CDU, FDP und den Grünen. Warum nicht eine bürgerlich-konservative Regierung mit einem grünen Gewissen. Grün verträgt sich sehr gut mit bürgerlich-konservativ, wenn die Grünen endlich aufhören, sich als linke Partei zu verstehen. Davon haben wir nun schon zwei, und das reicht!

Ein wenig Angst habe ich aber vor der Zukunft, vor allem bei Bundestagswahlen. Die Linke wird man nicht mehr lange ignorieren und ausschliessen können. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass sich ein Gleichgewicht zwischen 2 Lagern einstellt: CDU-FDP und SPD-Linke. Die Grünen könnten dann bestimmen, ob Deutschland von dem einen oder dem anderen Lager regiert wird. Sozusagen die FDP der Zukunft.

Da sage ich schon mal "Gute Nacht", obwohl es gerade mal kurz vor Mittag ist …

Donnerstag, 28. Februar 2008, 12:28 Uhr

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