G8 – Daily Soap auf allen Kanälen
Eigentlich wollte ich das Thema G8 auslassen und lieber auf anderen Blogs mitdiskutieren. Was ich aber heute zu sehen bekam, hat mich begeistert, da sich mein ganzes Leben um Schlauchboote dreht.
In bester James-Bond-Manier haben sich heute vormittag die Schlauchboot-Profis von Greenpeace und die Wasserfraktion der Polizei ein Katz-und-Maus-Spiel geliefert, das selbst Hollywood-Profis nicht besser hinbekommen hätten.
Natürlich ist auch das eine illegale Aktion, aber eher von der Art, wie ich sie sehen will. Die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit ist Greenpeace jedenfalls sicher.
Mehrere Schlauchboote haben versucht, Heiligendamm zu erreichen und eine Petition zu übergeben. Dabei wurden sie von Schlauchbooten der Polizei und einem grossen Polizeiboot, das extra zur Absicherung des G8-Gipfels aus Dänemark geliehen wurde, attackiert und abgedrängt.
Das ganze Spektakel fand direkt vor der Pressetribüne am Strand vor Kühlungsborn statt, zur Freude der versammelten Pressemeute. Ich denke, dass das kein Zufall war, sondern so gewollt und geplant.
Dass die ganze Aktion nicht zum Ziel führen konnte, war wohl auch den Greenpeace-Leuten klar. Aber immerhin haben sie es geschafft, das Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei auf ca. 10 min auszudehnen, bevor das letzte Greenpeace-Boot von einem ausser Kontrolle geratenen Polizei-Schlauchboot regelrecht überfahren wurde.
Dieses "Finale grande" sah recht brutal aus, entsprechend gab es auch schon negative Äusserungen zur Vorgehensweise der Polizei. Aber wer sich ein wenig mit schnellen Schlauchbooten auskennt, hat wohl mitbekommen, dass das ein Unfall war. Ein Mitglied der Schlauchboot-Besatzungen hat gesagt, es wäre schon verwunderlich, dass die grossen Schlauchboote der Polizei "nicht immer unter Kontrolle" waren.
Vielleicht trainieren die Greenpeace-Piloten einfach nur schon ein paar Jahre länger als die Bootsführer der Polizei.
Donnerstag, 7. Juni 2007, 15:20 Uhr



