Internetseiten für PDA und Handy

PDA und Handys erobern das Internet. Immer mehr mobile Geräte sind in der Lage, ganz normale Internetseiten zu besuchen. Ich habe mich jetzt mal ein wenig im Web umgesehen, um zu ergründen, wie andere Webdesigner über diese Entwicklung denken, und mir auch schon mal eigene Gedanken zu diesem Thema gemacht.

Man spricht zur Zeit von 4 möglichen Herangehensweisen:

  1. Nichts tun und abwarten
  2. Alle style-Elemente entfernen und reines html ausgeben
  3. spezielle stylesheets für mobile Endgeäte (media="handheld")
  4. spezielle Handy-Version (Inhalte, html-Code und Bilder)

Jede dieser Methoden hat ihre Vor- und Nachteile, aber für mich kommen eigentlich nur Methode 1 und 4 in Frage. Das möchte ich nun im folgenden näher begründen.

1. Nichts tun und abwarten

Zuerst dachte ich, Methode 1 ist eher ein Gag, zur allgemeinen Belustigung sozusagen. Doch je länger ich darüber nachgedacht habe, desto weniger abwegig erschien mir diese Herangehensweise.

Internetseiten für Handys

Nehmen wir mal das Handy: Bei einer Internetseite, die für die heutigen 19 Zoll Bildschirme gemacht ist, reicht es nicht aus, sich nur Gedanken über die Darstellbarkeit auf kleinen Bildschirmen zu machen. Stellt Euch mal vor, wie man scrollen muss, wenn die Inhalte mehrerer 19 Zoller auf einem 200px Display erscheinen. Eine solche Seite wird kein Mensch auf einem Handydisplay durchstehen, auch wenn sie so gestaltet ist, dass sie ordnungsgemäss dargestellt wird.

Meine Seite schlauchboote-spezial.de z. B. lebt von vergrösserbaren Bildern und Tabellen mit technischen Daten. Spätestens an den Tabellen wird ein Handy scheitern, entweder entsteht ein horizontaler Scrollbalken, oder der Handybrowser löst die Tabellen auf und stellt die Daten dann irgendwie zusammenhanglos dar.

Auch wenn es in absehbarer Zeit bezahlbare Datenflatrates für Mobilfunk geben wird, werden die vielen Bilder eine unzumutbare Datenflut darstellen. Ausserdem hat der Handybrowser bei grossen Bildern nur 2 Möglichkeiten, nämlich die Bilder auf seine Displaygrösse zu verkleinern oder 2 Scrollbalken zu erzeugen. Man lädt dann ein grosses Bild, um es klein zu sehen oder an den Scrollbalken zu verzweifeln.

Eine solche Seite wird sich also niemand auf einem Handy reinziehen. Für Handys kommt nach meiner Meinung nur Methode 4 in Frage. Dabei geht es vor allem um die drastische Reduzierung der Inhalte und Verzicht auf grosse Bilder.

Ob sich der Aufwand für die Pflege einer speziellen Handy-Version einer Website lohnt, muss jeder selbst entscheiden. Ich könnte mir vorstellen, dass es sich beim Veranstaltungsplan eines Clubs oder einer Disco lohnen würde, bei Fahrplänen und Fahrkartenverkauf einer Bus- oder Bahngesellschaft und ähnlichen Seiten. Also bei praktischen Dingen, bei denen Layout und Design nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Internetseiten für Handys sind eben ein ganz anderes Ding, Seiten für Auflösungen von 200-2000px sind nicht nur ein Kompromiss, sondern ein ganz, ganz fauler Kompromiss, das kann eigentlich nicht funktionieren.

Insofern ist "nichts tun" durchaus akzeptabel, wenn man akzeptiert, dass die Seite schon auf Grund des Datenumfangs und der Menge der angebotenen Informationen sowieso nicht handytauglich ist.

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Internetseiten auf PDAs

Im Hinblick auf PDAs sieht das schon ganz anders aus. Gute PDAs haben schon eine Auflösung von 640px horizontal. Eine Seite für 800×600 mit einem seitlichen Navigationsbereich von 160-200px sind auf einem solchen Gerät schon heute komfortabel geniessbar. Dem Inhalt bleiben ca. 600 px Breite, das passt schon mal auf einen Bildschirm mit 640px Breite. Man scrollt nach rechts, und dann nur noch vertikal, daran sind Internet-User gewöhnt.

Die ersten PDAs mit einer horizontalen Auflösung von 800px sind bereits in Sicht, spätestens dann ist der Schnittpunkt mit dem normalen PC-Bildschirm erreicht. Wenn man also seine Seiten auf 760px Breite festgezurrt hat, oder ein liquid Design an den Start bringt, das auch bei 800×600px gut funktioniert, ist Methode 1 wohl die einfachste, preiswerteste und somit effektivste Methode.

Wer mobiles Internet intensiv nutzt, wird das wohl in der Zukunft mit einem PDA machen, und nicht mit einem Handy. Wer mit dem Handy im "normalen" Internet surft und eine umfangreiche Seite findet, die ihn interessiert, wird sich die Adresse wohl eher bookmarken und die Seite bei Gelegenheit am PC besuchen.

Da ich vorwiegend Seiten mit einer festen Breite von 760px mache, ist für mich Methode 1, nichts tun und abwarten, die richtige.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, ob es nun eine Renaissance der Seiten für 800×600px geben wird. Moderne PC-Browser haben heute eine Seitenzoom-Funktion, die solche Seiten auch auf grossen Bildschirmen mit hohen Auflösungen wieder geniessbar machen.

Wenn PDAs bei der 800er Auflösung angekommen sind, wird diese Art der Gestaltung von Internetseiten auf einmal wieder sehr interessant. Mehr zu diesem Thema können Sie hier lesen:

Liquid Design – die letzte Phase eines Auslaufmodells?

Der Artikel ist für Internet-Verhältnisse zwar schon etwas alt, aber ich stehe noch dazu ;-) .

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2. Alle style-Elemente entfernen und reines html ausgeben

Hier wäre erst einmal zu hinterfragen, was da eigentlich gemeint ist. Komplett auf Layout verzichten, so dass auch auf dem PC eine unformatierte Seite mit vertikal linearer Anordnung der Inhalte erscheint? Das könnte man wohl keinem Kunden erklären.

Die komplette Seite in einem Unterverzeichnis ohne Stylesheet oder mit einem minimalen Stylesheet ohne Layout bereitstellen? Sozusagen als Version für mobile Endgeräte? Dann bekomme ich wahrscheinlich Ärger mit google, die mögen ja bekanntlich doppelte Inhalte nicht. Also muss ich jede einzelne Datei der Handy-Version noch auf noindex setzen, sonst riskiere ich, mit meiner ganzen Domain aus dem google-index zu verschwinden. Ist kein Quatsch, ist mir schon passiert.

So einfach, wie sich das anhört, einfach style-Elemente entfernen und fertig, ist das also nicht.

Methode 2 ist nur dann effektiv, wenn ich auf eine spezielle Handy-Version ohne styles verzichte, meine Originalseite unformatiert ausgebe und dabei akzeptiere, dass die Seite auf dem PC im Standard-Style des jeweiligen Browsers erscheint.

Ich kann vielleicht ein minimales stylesheet einbinden, Schriftart, Hintergrundfarbe usw., trotzdem wird die Seite auf einem WideScreen ungeniessbar sein, wegen zu langer Zeilen. Und maxwidth verstehen noch zu wenig Browser. Ausserdem wäre das dann ja nicht mehr Methode 2.

Dabei habe ich aber auch das Problem der in der Regel zu umfangreichen Inhalte (siehe 1.: nichts tun und abwarten) noch nicht gelöst. Den PC-Nutzern biete ich eine optisch nicht ansprechende Seite an, den Handy-Surfern viel zu viel Inhalt für das Mini-Display.

Für mich verlangt Methode 2 zu viele Kompromisse.

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3. spezielle stylesheets für mobile Endgeräte (media="handheld")

Für den, der es kann, sicher eine gute und effektive Lösung. Ganz sicher muss ich aber schon bei der Erstellung der Seite im Hinterkopf haben, dass ich ihr nachher noch ein Handystylesheet verpassen will.

Wenn ich aber daran denke, welche Probleme wir schon haben, IE, Firefox und Opera unter einen Hut zu bekommen, sollte ich das Markup schon recht simpel gestalten, das gleiche gilt für das Handystylesheet. Denn es wird sehr aufwändig sein, wenn nicht gar aussichtslos, das Ergebnis in den vielen verschiedenen Handybrowsern zu testen.

Von Vorteil ist aber bestimmt, dass es sich bei den Handybrowsern durchweg um moderne Browser handelt, da es internetfähige Handys noch nicht allzu lange gibt.

Das Problem der für das Handy zu umfangreichen Inhalte habe ich auch mit dieser Methode nicht gelöst. Deshalb ist diese Methode für sehr umfangreiche Websites auch nicht befriedigend.

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4. spezielle Handy-Version (Inhalte, html-Code und Bilder)

Neben Methode 1, bei der ich auf Handy-Surfer verzichte bzw. darauf vertraue, dass sie sich die Seite merken und später auf dem PC anschauen, ist Methode 4 wohl die einzig konsequente und richtige. Sie ist aber gleichzeitig die aufwändigste, da 2 verschiedene Versionen der Seite gepflegt werden müssen.

Ich habe aber 2 Probleme erschlagen: den double content, der auf Suchmaschinen bezogen gefährlich sein kann, und die für das Handydisplay zu umfangreichen Inhalte. Die Handy-Version muss kurz und knackig sein, das Design und Layout einfach, dann ist der Aufwand auch nicht allzu gross.

Vielleicht werden dann auch die vorgeschalteten Startseiten wieder modern, die dann nicht viel mehr enthalten als die Links zur PC-Version und zur Handy-Version.

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5. Fazit

Konsequent und kompromisslos sind nur Methode 1 und 4. Die zwei anderen sind problembehaftet und nur unter bestimmten Bedingungen sinnvoll. Sie beachten nicht, dass Internetseiten, die mit dem Handy durchhaltbar sein sollen, meist auch einer radikalen Reduzierung der Inhalte unterzogen werden müssen, sie kümmern sich ausschliesslich um die Darstellbarkeit einer Seite auf Handy-Displays.

Ob ich mehr zu Methode 1 oder mehr zu Methode 4 tendiere, liegt an meiner Zielgruppe. Ich muss ganz einfach entscheiden, ob die Inhalte meiner Seiten überhaupt für Handynutzer interessant sind. Ich gehe davon aus, dass Handysurfer nur kurze, knackige Seiten mit stark komprimierten Inhalten wirklich konsumieren werden.

Das Thema PDA wird sich wohl von alleine erledigen, wenn diese bei Bildschirmauflösungen von 800px horizontal angekommen sind.

Montag, 21. Mai 2007, 19:34 Uhr

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2 Kommentare zu “Internetseiten für PDA und Handy”

  1. Ruppenthal
    Am 23. Dezember 2008 um 12:39 Uhr

    Ich hätte da noch Punk 5

    Internetseite für alle Auflösungen:

    http://www.dop3.de
    http://www.system-software-gmbh.de

    DOP3 ist eine Browser- und Betriebssystem unabhängige Technik um Internetseiten dynamisch an jedes HTML fähige Endgerät anzupassen.

    Nur eines ist zu beachten, nach dem umstellen der Auflösung muss die Seite Aktualisiert werden.

    DOP3 gibt es als CSS oder Frame Version.

  2. 7-www.de Hosting
    Am 1. Juli 2010 um 23:13 Uhr

    “Das Thema PDA wird sich wohl von alleine erledigen, wenn diese bei Bildschirmauflösungen von 800px horizontal angekommen sind.”
    Naja glaube ich nciht, dann werden die dinger halt größer…


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